Hurra! Das WEF wird klimaneutral!

Das sind mal wirklich grossartige Nachrichten! Doch schon werden sie direkt im Titel wieder korrigiert: "...More stustainable than ever". Nun, dieser Vorsatzt dürfte nicht allzu schwer zu verwirklichen sein. Das Verbesserungspotential lässt reichlich Wahl. Und so sind die Ansätze auch wirklich vielseitig und die Meldung ist durchaus sehr empfehlenswert zu lesen. Es wird erklärt, wie das erreicht werden soll (Emissionen, Material, Essen, Transport) und das ist mitunter sehr lustig.

Meine Lieblingsstelle zuerst: Das WEF erstattet die Hälfte eines 1. Klasse Zugtickets zurück um so Anreize zu setzten, mit dem Zug zu kommen. Da die Bahngesellschaften nicht bei dem allgemeinen Preiswahnsinn mitmachen, wie der Rest von Davos (Hotels, Restaurants, WG-Zimmer (bis zu 8000 CHF / Nacht)), also die Tickets den normalen Preis behalten, ist so ein Ticket, auch erster Klasse, ach - ein so zarter Hauch in ein jeder Spesenabrechnung einer jeden WEF-Besucherin.

Ach, auch ganz interessant fand ich den Vorsatz, das Essen lokal und saisonal anzubieten. Das hat mich erinnert, an eine nette Fahrt die ich vor zwei Jahren per Auto-Stop bekam, als ich mit meinen Skiern in Davos-Laret an der Strasse stand und zurück nach Davos fahren wollte. Ein Kleintransporter hielt und der Fahrer öffnete mir die Ladefläche, damit ich meine Skier einladen konnte. Was war dort drin? Alles leer, bis auf eine einzige kleine Kiste Erdbeeren. Der Typ fuhr von Zürich nach Davos, weil die Erdbeeren ausgegangen waren. Im Januar. Naja, immerhin hat er mich noch mitnehmen können.

Material! Davos verwandelt sich in eine reiche Fundgrube, wenn das WEF verschwunden ist. Baumaterialien, wie Holz und Schrauben, Textilien, ja sogar Bildschirme und Heizkörper landen in den Containern....

So sehr mich diese Nachrichten amüsierten, was mich ernsthaft frustriert ist der Ansatz, das Klima kaufen zu wollen und der Glaube, das Klima kaufen zu können. Hier die Sau rauslassen und wo anders Öfen kaufen, Bäume pflanzen lassen (Wo? Im Amazonas, in Brasilien, wo gerade erst wieder so viel Platz zum Bäumepflanzen entstanden ist?). Bis wann machen die Bäume denn ihren Job? Warum, und wer überhaupt zählt das als Klimaneutralität? Dieses Sauberkaufen, Grünkaufen ist doch absurd!

greenwashing

Riner Rosa, 12.01.2020